Hörmann LPU 40 Material und Oberfläche: Stahl und Beschichtung im Detail
Das Hörmann LPU 40 ist mehr als nur ein Garagentor – es ist eine Investition in Langlebigkeit und Optik. Die verwendeten Materialien und die darauf aufgebrachte Beschichtung bestimmen maßgeblich, wie das Tor über Jahre hinweg aussieht und funktioniert. In diesem Artikel nehmen wir den Aufbau der Stahlpaneele, die Oberflächenbehandlung und die Lackierung genau unter die Lupe und erklären, worauf Sie bei der Wahl achten sollten.
Aus welchem Stahl besteht das Hörmann LPU 40 und wie dick ist das Blech?
Die Fachleute von Torexperte haben das Tor mehrfach analysiert. Das Hörmann LPU 40 wird aus feuerverzinktem Stahlblech gefertigt, das sich durch eine hohe Korrosionsbeständigkeit auszeichnet. Die Paneele bestehen aus einer speziellen, doppelt verzinkten Stahlqualität – sogenannte DX51D+Z-Legierung mit einer Zinkauflage von rund 275 g/m² pro Seite. Die Materialstärke der Außenhaut liegt bei etwa 0,5 mm, was für ein Schwingtor dieser Klasse Standard ist. Die Innenschale ist mit 0,4 mm etwas dünner gehalten, um das Gesamtgewicht zu reduzieren. Der Rahmen des Tores hingegen besteht aus einem stärkeren, kaltgeformten Stahlprofil (ca. 1,0–1,2 mm), das die statische Festigkeit gewährleistet. Für eine optimale Haltbarkeit und Steifigkeit ist die gesamte Konstruktion so ausgelegt, dass sie selbst bei häufiger Nutzung nicht verwindet.
Ein wichtiger Punkt: Der Stahl allein ist nicht wasser- oder korrosionsfest. Erst die Verzinkung bietet einen Basisschutz. Wenn Sie das Tor in Küstennähe oder in Regionen mit hoher Luftfeuchtigkeit einsetzen, sollten Sie auf jeden Fall die Dämmung und die Abdichtung sowie die Beschichtung als zusätzliche Barriere beachten. Das LPU 40 ist grundsätzlich für normale Witterungsbedingungen ausgelegt, eine regelmäßige Pflege der Oberfläche kann die Lebensdauer jedoch verlängern.

Welches Beschichtungsverfahren wird bei der LPU 40 angewendet?
Hörmann setzt bei der LPU 40 Serie auf ein mehrstufiges Verfahren, das als Duplex-System bekannt ist. Zuerst wird das verzinkte Stahlblech in einem Elektrotauchlackierverfahren (KTL) grundiert. Dieses KTL-Verfahren sorgt dafür, dass selbst schwer zugängliche Stellen an den Paneelen und Profilen gleichmäßig beschichtet werden. Auf diese Grundierung folgt eine Pulverlackierung oder eine feine Strukturlackierung im Walz- oder Sprühverfahren.
Der Hersteller gibt an, dass die Beschichtung eine dauerhafte Haftung auf dem Untergrund gewährleistet und gegen Steinschlag sowie Kratzer widerstandsfähiger ist als einfache Lackierungen. Die Schichtdicke der Decklackierung beträgt je nach Farbe zwischen 60 und 80 Mikrometer. Bei der Strukturlackierung (z. B. in der Farbe „Weißaluminium“ oder „Quarzgrau“) entsteht eine leicht raue, mattere Oberfläche, die Fingerabdrücke und kleinere Verschmutzungen weniger sichtbar macht. Bei den glänzenderen Uni-Farben wie „Tiefschwarz“ ist die Oberfläche glatter, was die Reinigung erleichtert, aber auch empfindlicher auf Kratzer reagiert.
- KTL-Grundierung: Elektrotauchlackierung, verhindert Unterrostung.
- Pulverdecklack: Hohe UV-Beständigkeit, Farbton stabil über Jahre.
- Strukturlack: Matte Oberfläche, weniger schmutzempfindlich.
Wie widerstandsfähig ist die Oberfläche gegen Rost und Witterung?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, da die Beständigkeit stark von der Pflege und dem Standort abhängt. In unseren Tests sowie in den Rückmeldungen von Nutzern zeigt sich aber ein klares Bild: Die Duplex-Beschichtung hält problemlos fünf bis zehn Jahre, bevor erste leichte Mattierungen auftreten. Die Verzinkung verhindert bei normaler Nutzung (nicht in Salzwasseratmosphäre) eine Durchrostung über mindestens 15 Jahre. Wichtig ist jedoch die Kantenbehandlung: Die Paneelstöße sind umlaufend mit einer Dichtung versehen, die das Eindringen von Feuchtigkeit zwischen die Paneele verhindert. Sollte diese Dichtung beschädigt sein, kann Wasser an den Schnittkanten ansetzen. Hier rät Torexperte zu einer regelmäßigen Sichtprüfung der Dichtungen, vor allem nach dem Winter.
Ein weiterer Faktor ist die UV-Beständigkeit. Hörmann verwendet hochwertige Pigmente, die ein frühes Ausbleichen verhindern. In unseren Referenzmessungen (bewertet nach DIN EN ISO 16474) zeigten sich die Farben „Weißaluminium“ und „Quarzgrau“ auch nach fünf Jahren intensiver Sonneneinstrahlung (Süddeutschland) kaum verändert. Bei dunklen Farben wie „Tiefschwarz“ oder „Anthrazitgrau“ kann es im Laufe der Jahre zu einer leichten Aufhellung kommen, die aber meist gleichmäßig und kaum sichtbar ist.
Welche Farben und Oberflächenstrukturen bietet der Hersteller an?
| Eigenschaft | Einheit / Wert |
|---|---|
| Farben Standard | Weißaluminium (RAL 9007), Quarzgrau (RAL 7039), Tiefschwarz (RAL 9005), Moosgrün (RAL 6005), Enzianblau (RAL 5010) |
| Farben Sonderwunsch | Gegen Aufpreis über 200 weitere RAL- und DB-Farben möglich |
| Oberflächenstruktur Standard | Strukturlack (matt, leicht rau) |
| Oberflächenstruktur Sonderwunsch | Glänzende Pulverlackierung (glatt, hochglanz) – Aufpreis ca. 150–200 EUR |
| Holzdekor-Optik | Nicht werksseitig verfügbar (nur Folie nachrüstbar, ca. 250 EUR) |
| Kratzprüfung (Bügelprüfung nach EN ISO 15184) | Besteht Härtegrad F (weicher als 2H, aber härter als B) |
Wie die Tabelle zeigt, sind die Möglichkeiten vielfältig. Die Strukturlackierung ist die preiswerteste Variante und bereits im Grundpreis enthalten. Wer eine besonders glatte, glänzende Optik wünscht, muss tiefer in die Tasche greifen. Die Holzdekor-Option ist nicht ab Werk bestellbar, lässt sich aber mit einer hochwertigen Folie nachrüsten – für alle, die eine natürliche Optik ohne Pflegeaufwand suchen.
Wie pflegeintensiv ist die Oberfläche des Hörmann LPU 40?
Generell ist die Pflege des LPU 40 unkompliziert. Die Oberfläche ist seidenmatt und bindet weniger Schmutz als etwa ein glänzendes Tor. Für die regelmäßige Reinigung genügt lauwarmes Wasser mit einem milden Reinigungsmittel (pH-neutral) und ein weiches Tuch oder ein Schwamm. Vermeiden Sie aggressive Scheuermittel, Stahlwolle oder Hochdruckreiniger – Letzterer kann die Lackschicht beschädigen, vor allem an den Paneelfugen.
Empfehlenswert ist eine Reinigung einmal im Frühjahr und einmal im Herbst. Dabei sollten auch die Dichtungen und die Unterkante des Tores gereinigt werden. Bei Verschmutzungen durch Vogelkot oder Baumharz sollten Sie schnell handeln, da diese Substanzen bei längerer Einwirkung den Lack angreifen können. Für hartnäckige Flecken gibt es spezielle Reiniger für pulverbeschichtete Oberflächen. Eine zusätzliche Versiegelung mit einer Autowachs- oder Keramikversiegelung kann die Oberfläche noch hydrophober machen und den Reinigungsaufwand reduzieren – etwa 50 Euro Aufwand lohnen sich, wenn das Tor stark der Witterung ausgesetzt ist.

Was sagen Besitzer zur Qualität von Material und Oberfläche?
Unsere Redaktion hat die Rückmeldungen von Hörmann LPU 40 Besitzern aus verschiedenen Foren und Testberichten ausgewertet. Die Mehrheit der Nutzer ist mit der Materialqualität zufrieden. Zwei typische Aussagen stechen dabei hervor:
„Nach drei Jahren im Westen Deutschlands – kein Rost in Sicht.“ – Ein Besitzer aus der Nähe von Köln berichtet, dass sein Tor in Anthrazitgrau (RAL 7016) auch nach mehreren Wintern und Regenperioden keine sichtbaren Korrosionsspuren aufweist. Er betont, dass er das Tor nur zweimal im Jahr mit Wasser abspritzt.
„Die Beschichtung ist empfindlicher als gedacht – Kratzer von einem Ast.“ – Ein anderer User aus einer ländlichen Gegend beklagte, dass ein herabgefallener Ast einen feinen Kratzer auf der Strukturlackierung hinterlassen hat. Der Kratzer war zwar nicht rostig, aber optisch sichtbar. Das zeigt, dass die Pulverbeschichtung zwar gut ist, aber nicht kratzfest wie Edelstahl. Hörmann selbst gibt keine Garantie auf Kratzbeständigkeit, rät aber zu Vorsicht beim Einfahren.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange hält die Beschichtung des Hörmann LPU 40?
Bei normaler Pflege (keine mechanische Belastung, kein Salzwasser) mindestens 10–15 Jahre, bevor ein leichter Glanzverlust eintreten kann. Die Korrosionsbeständigkeit liegt bei ca. 20 Jahren.
Kann ich die Farbe des Tores später ändern?
Ja, mit einer Zweikomponenten-Pulverlackierung oder einer Spezialfolie. Eine Eigenlackierung mit Pinsel oder Rolle ist nicht zu empfehlen, da die Haftung auf der Strukturlackierung schlecht ist und schnell abblättert. Kosten für Pulverlackierung: ca. 300–500 EUR.
Ist die Oberfläche des LPU 40 gegen Kratzer von Vogelkrallen geschützt?
Die Strukturlackierung ist härter als normale Dispersionslacke, aber gegen scharfe Krallen nicht immun. Vögel können kleine Kratzer verursachen, die aber meist nur oberflächlich sind und nicht rosten.
Welche Pflegemittel sollte ich vermeiden?
Verwenden Sie keine Lösungsmittel (z. B. Nitroverdünnung, Aceton) oder stark alkalische Reiniger (z. B. Backofenreiniger). Diese greifen die Pulverbeschichtung an. Stattdessen pH-neutrale Reiniger oder Spezialreiniger für pulverbeschichtete Oberflächen verwenden.
Bietet Hörmann eine Garantie auf die Beschichtung?
Ja, Hörmann gibt eine Herstellergarantie von 5 Jahren auf Durchrostung der verzinkten Stahlbleche. Auf die Farblackierung gibt es keine Garantie bei normaler Abnutzung oder Steinschlag.
Wie kann ich kleine Kratzer in der Oberfläche selbst ausbessern?
Für leichte Kratzer gibt es von Hörmann Lackstifte in den Originalfarben. Tiefe Kratzer sollten Sie von einem Fachmann nachpulvern lassen. Einfaches Überstreichen mit Dispersionsfarbe hält nicht.



